|
|
![]() |
|
|
[Erneuerung Schleusentore Listrup]
|
|
Die historische Schleuse in Listrup Die Emsschleuse Listrup ist die älteste deutsche handbetriebene Schleuse, die sich noch in Betrieb befindet. Das Land Hannover errichtete die Schleuse im Jahr 1828. Sie ist pfahlgegründet. Die Kammergröße war mit 29,0 X 5,9 m auf die „Emspünten“ (Länge 25m, Breite 4.25 m) zugeschnitten. Diese Größe war von den Harener Püntschiffern gefordert worden, die so verhindern wollten, dass die größeren holländischen Schoner und Tjalken als Konkurrenz die Ems befahren konnten. Die Schleusenanlage Listrup ist eine Mauerwerksschleuse aus Ziegelmauerwerk mit Verblendmauerwerk aus Sandstein. Für den Schleusenbau wurden sämtliche Steine eines Großsteingrabes aus Varenrode verwendet, für den Bau des Wehres sollten die Steine des Mehringer Großsteingrabes Verwendung finden, was aber noch rechtzeitig verhindert wurde. Beide Bauwerke wurden zwischen 1825 und 1828 errichtet. In die Flügelwände des Oberhauptes sind zwei Platten mit dem hannöverschen Wappen (Löwe, Einhorn und hannoversches Pferd mit der Devise des Hosenbandordens „HONI SOIT QUI MAL Y PENSE“ (Ehrlos sei, der Schlechtes dabei denkt) und englischem (der König von Hannover war in Personalunion König von England) Wahlspruch „DIEU ET MON DROIT“ (Gott und mein Recht), dem königlichen Emblem – die ineinander verwobenen Buchstaben R und G mit einer darunter befindlichen römischen 4 – von König („Rex“) Georg IV. (1762 – 1830, Regentschaft 29.01.1820 bis 26.01.1830) jeweils verbunden mit der Jahreszahl 1828, eingelassen. Heute wird die Schleuse nur noch von der Freizeit- und Fahrgastschifffahrt sowie von Dienstfahrzeugen des WSA genutzt. Die Skipper müssen die Schleusentore mit Hand selbst betätigen. Im Jahr 2005 passierten 1852 Fahrzeuge die Schleuse Listrup. Diese Zahlen und die Initiative der im Jahre 2004 gegründeten „Interessengemeinschaft zur Erhaltung und Förderung des Wassertourismus’ auf der Ems“ haben mit dazu beigetragen, dass die Wasser- und Schifffahrtsbehörden nun die Renovierung der zwei maroden Schleusen Listrup und Bentlage bewilligt und in Angriff genommen haben. Die alten Schleusentore sind entfernt und die neuen in diesen Tagen neu eingesetzt worden. Der Einbau der bis zu 8 t schweren neuen Tore war sehr aufwendig, vor allem ist das Anpassen, bis absolute Dichtigkeit erreicht ist, eine sehr schwierige Arbeit – bis dann die „Stunde der Wahrheit“ kommt und die Schleusen in den nächsten Tagen geflutet werden. Auch Teile der Sandsteinverblender wurden erneuert. Hier mußten z.T. Rundungen und Vertiefungen eingeschliffen werden. Einen Teil dieser Angaben hat uns das WSA Rheine zur Verfügung gestellt. Wir danken für die freundliche Unterstützung.
|